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Das Ohr, ein Wunderwerk der Natur

Wer sich mit dem Thema Hören auskennt, geht leichter mit einer Hörbeeinträchtigung um. Wir stellen Ihnen den Hörvorgang vor:

iStock: mstroz

Das Aussenohr

Das Außenohr – Aufbau und Funktion

Das Außenohr ist der sichtbare und äußerste Teil unseres Hörorgans. Es nimmt Schallwellen aus der Umgebung auf und leitet sie in Richtung Trommelfell weiter. Gleichzeitig schützt es die empfindlicheren Bereiche des Ohres vor Schmutz, Staub und kleinen Fremdkörpern.

Wie ist das Außenohr aufgebaut?

Das Außenohr besteht hauptsächlich aus der Ohrmuschel und dem äußeren Gehörgang. Das Trommelfell bildet die Grenze zum Mittelohr.

Die Ohrmuschel

Die Ohrmuschel ist der von außen sichtbare Teil des Ohres. Sie besteht überwiegend aus elastischem Knorpel, der von Haut überzogen ist. Nur das Ohrläppchen enthält keinen Knorpel.

Durch ihre besondere Form wirkt die Ohrmuschel wie ein Trichter: Sie fängt Schallwellen auf und bündelt sie. Außerdem hilft sie uns dabei, zu erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt.

Der äußere Gehörgang

Der äußere Gehörgang verbindet die Ohrmuschel mit dem Trommelfell. Er ist leicht gebogen und bei Erwachsenen ungefähr 2,5 Zentimeter lang.

Im vorderen Bereich befinden sich feine Härchen sowie Drüsen, die Ohrenschmalz bilden. Das Ohrenschmalz hält die Haut des Gehörgangs geschmeidig und hilft dabei, Staub, Schmutz und Krankheitserreger abzufangen.

Das Trommelfell

Am Ende des äußeren Gehörgangs liegt das Trommelfell. Es ist eine dünne, empfindliche Membran und bildet die Grenze zwischen Außen- und Mittelohr.

Treffen Schallwellen auf das Trommelfell, beginnt es zu schwingen. Diese Schwingungen werden anschließend über die Gehörknöchelchen im Mittelohr weitergeleitet.

Welche Aufgaben hat das Außenohr?

Das Außenohr erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

Schall aufnehmen:
Die Ohrmuschel fängt Geräusche aus der Umgebung auf.

Schall weiterleiten:
Der Gehörgang transportiert die Schallwellen bis zum Trommelfell.

Geräusche orten:
Die Form der Ohrmuschel unterstützt das Gehirn dabei, die Richtung und teilweise auch die Entfernung einer Schallquelle einzuschätzen.

Das Ohr schützen:
Härchen, die Haut des Gehörgangs und das Ohrenschmalz bilden eine natürliche Schutzbarriere gegen Staub, Schmutz, Wasser und Krankheitserreger.

So gelangt ein Geräusch ins Ohr

  1. Die Ohrmuschel nimmt Schallwellen auf.

  2. Die Schallwellen gelangen durch den äußeren Gehörgang zum Trommelfell.

  3. Das Trommelfell beginnt zu schwingen.

  4. Die Schwingungen werden im Mittel- und Innenohr weiterverarbeitet.

  5. Das Gehirn erkennt die Signale schließlich als Geräusche, Sprache oder Musik.

Gut zu wissen: Das Ohr reinigt sich meist selbst

Ohrenschmalz ist kein Schmutz, sondern ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Schutzsystems. Durch Bewegungen der Haut wird es normalerweise langsam nach außen transportiert.

Wattestäbchen sollten tief in den Gehörgang eingeführt werden. Sie können Ohrenschmalz weiter hineinschieben und die Haut oder das Trommelfell verletzen.

Bei Schmerzen, Juckreiz, Ausfluss, einem Druckgefühl oder einer plötzlichen Verschlechterung des Hörvermögens sollte das Ohr fachärztlich untersucht werden.

Kurz zusammengefasst

Das Außenohr fängt Schall auf, leitet ihn zum Trommelfell weiter und schützt den Gehörgang. Damit bildet es die erste wichtige Station auf dem Weg vom Geräusch zum bewussten Hören.

Das Mittelohr – Aufbau und Funktion

Das Mittelohr liegt zwischen dem Trommelfell und dem Innenohr. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, die Schwingungen des Trommelfells aufzunehmen, zu verstärken und an das Innenohr weiterzugeben.

Darüber hinaus sorgt das Mittelohr für einen Druckausgleich zwischen dem Ohr und der Umgebung.

Wie ist das Mittelohr aufgebaut?

Das Mittelohr besteht aus der Paukenhöhle, den drei Gehörknöchelchen und der Ohrtrompete. Zwei kleine, mit Membranen verschlossene Öffnungen verbinden es funktionell mit dem Innenohr.

Die Paukenhöhle

Die Paukenhöhle ist ein kleiner, luftgefüllter Raum im Schläfenbein. Sie liegt direkt hinter dem Trommelfell und enthält die drei Gehörknöchelchen.

Damit das Trommelfell frei schwingen kann, sollte im Mittelohr möglichst der gleiche Luftdruck herrschen wie außerhalb des Ohres.

Die Gehörknöchelchen

Die drei Gehörknöchelchen heißen:

Hammer:
Der Hammer ist mit dem Trommelfell verbunden und nimmt dessen Schwingungen auf.

Amboss:
Der Amboss liegt zwischen Hammer und Steigbügel und überträgt die Bewegung weiter.

Steigbügel:
Der Steigbügel ist der kleinste Knochen des menschlichen Körpers. Er gibt die Schwingungen an das sogenannte ovale Fenster und damit an das Innenohr weiter.

Gemeinsam bilden die Gehörknöchelchen eine bewegliche Kette. Sie übertragen und verstärken den Schall, damit die Schwingungen möglichst wirksam in das flüssigkeitsgefüllte Innenohr gelangen.

Das ovale und das runde Fenster

Das ovale Fenster bildet den Übergang vom Mittelohr zum Innenohr. An ihm sitzt die Fußplatte des Steigbügels. Bewegt sich der Steigbügel, werden im Innenohr Flüssigkeitswellen ausgelöst.

Das runde Fenster dient als beweglicher Druckausgleich. Es ermöglicht, dass sich die Flüssigkeit im Innenohr entsprechend den eintreffenden Schwingungen bewegen kann.

Die Ohrtrompete

Die Ohrtrompete wird auch Eustachische Röhre oder Tuba auditiva genannt. Sie verbindet das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum.

Normalerweise ist sie geschlossen und öffnet sich unter anderem beim Schlucken, Gähnen oder Kauen. Dadurch kann Luft in das Mittelohr hinein- oder herausströmen.

Welche Aufgaben hat das Mittelohr?

Das Mittelohr erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

Schall übertragen:
Die Gehörknöchelchen leiten die Schwingungen des Trommelfells an das Innenohr weiter.

Schall verstärken:
Durch das Zusammenspiel von Trommelfell und Gehörknöchelchen wird die Schallenergie gebündelt und wirksam auf das Innenohr übertragen.

Luftdruck ausgleichen:
Die Ohrtrompete gleicht den Druck im Mittelohr an den äußeren Luftdruck an.

Das Innenohr schützen:
Kleine Muskeln im Mittelohr können die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen bei starken Geräuschen begrenzen. Dieser Schutz setzt jedoch nicht schnell genug ein, um das Ohr vor jedem plötzlichen Knall zu bewahren.

So wird der Schall im Mittelohr weitergeleitet

  1. Schallwellen bringen das Trommelfell zum Schwingen.

  2. Der Hammer nimmt die Schwingungen auf.

  3. Der Amboss leitet sie an den Steigbügel weiter.

  4. Der Steigbügel bewegt das ovale Fenster.

  5. Im Innenohr entstehen Flüssigkeitswellen.

  6. Die Sinneszellen des Innenohres wandeln die Bewegung anschließend in elektrische Nervensignale um.

Wie funktioniert der Druckausgleich?

Beim Fliegen, Tauchen oder bei schnellen Höhenunterschieden verändert sich der Luftdruck in der Umgebung. Ist der Druck im Mittelohr nicht ausgeglichen, kann sich das Trommelfell nach innen oder außen wölben.

Das kann sich durch ein Druckgefühl, ein Knacken oder vorübergehend gedämpftes Hören bemerkbar machen. Schlucken, Gähnen oder Kauen kann helfen, die Ohrtrompete zu öffnen und den Druck auszugleichen.

Bei einer Erkältung können die Schleimhäute anschwellen und die Belüftung des Mittelohres behindern.

Häufige Beschwerden des Mittelohres

Eine der bekanntesten Erkrankungen ist die Mittelohrentzündung. Dabei können sich Flüssigkeit und entzündliches Sekret hinter dem Trommelfell ansammeln.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Ohrenschmerzen

  • Druck- oder Völlegefühl im Ohr

  • vorübergehend vermindertes Hörvermögen

  • Fieber oder allgemeines Unwohlsein

  • Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr

Starke oder anhaltende Schmerzen, plötzliches schlechtes Hören, Schwindel, Fieber oder Flüssigkeitsaustritt sollten ärztlich abgeklärt werden.

Kurz zusammengefasst

Das Mittelohr überträgt die Schwingungen des Trommelfells über Hammer, Amboss und Steigbügel an das Innenohr. Gleichzeitig sorgt die Ohrtrompete dafür, dass der Luftdruck auf beiden Seiten des Trommelfells ausgeglichen bleibt.

Das Innenohr – Aufbau und Funktion

Das Innenohr ist der empfindlichste Teil unseres Hör- und Gleichgewichtsorgans. Hier werden die Schwingungen, die über das Außen- und Mittelohr weitergeleitet wurden, in elektrische Nervensignale umgewandelt. Diese Signale gelangen anschließend über den Hörnerv zum Gehirn, wo sie als Sprache, Musik oder andere Geräusche wahrgenommen werden.

Neben dem Hören ist das Innenohr auch für unseren Gleichgewichtssinn verantwortlich.

Wie ist das Innenohr aufgebaut?

Das Innenohr liegt tief im Schläfenbein und besteht aus der Hörschnecke (Cochlea), dem Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan) und dem Hör- und Gleichgewichtsnerv.

Die Hörschnecke (Cochlea)

Die Hörschnecke ist ein spiralförmig gewundenes Organ, das mit Flüssigkeit gefüllt ist. Sie erinnert in ihrer Form an ein Schneckenhaus und ist etwa 35 Millimeter lang, wenn sie ausgerollt würde.

Im Inneren der Hörschnecke befindet sich das Corti-Organ mit rund 15.000 hochspezialisierten Haarzellen. Diese Sinneszellen sind für das Hören unverzichtbar.

Die Haarzellen

Gelangen Schwingungen aus dem Mittelohr in die Hörschnecke, entstehen feine Flüssigkeitsbewegungen. Dadurch werden die Haarzellen verbogen.

Diese mechanische Bewegung wird in elektrische Signale umgewandelt. Die Haarzellen übernehmen damit die eigentliche Übersetzung von Schall in Informationen, die das Gehirn verarbeiten kann.

Unterschieden wird zwischen:

Inneren Haarzellen:
Sie sind hauptsächlich für die Umwandlung der Schallsignale in Nervenimpulse verantwortlich.

Äußeren Haarzellen:
Sie verstärken feine Schallsignale und verbessern die Empfindlichkeit sowie die Genauigkeit des Hörens.

Der Hörnerv

Der Hörnerv nimmt die elektrischen Signale der Haarzellen auf und leitet sie an das Gehirn weiter.

Erst dort werden die Informationen verarbeitet und als Sprache, Musik oder andere Geräusche erkannt.

Das Gleichgewichtsorgan

Direkt neben der Hörschnecke befindet sich das Gleichgewichtsorgan. Es besteht aus den drei Bogengängen sowie zwei Vorhoforganen (Utriculus und Sacculus).

Gemeinsam registrieren sie:

  • Drehbewegungen des Kopfes

  • Beschleunigungen

  • Lageveränderungen gegenüber der Schwerkraft

Diese Informationen werden an das Gehirn weitergeleitet und helfen dabei, das Gleichgewicht zu halten und Bewegungen sicher zu koordinieren.

Welche Aufgaben hat das Innenohr?

Das Innenohr erfüllt zwei wesentliche Funktionen:

Schall in Nervensignale umwandeln:
Die Haarzellen der Hörschnecke wandeln mechanische Schwingungen in elektrische Impulse um.

Hören ermöglichen:
Der Hörnerv leitet diese Signale zum Gehirn, wo sie verarbeitet und als Geräusche wahrgenommen werden.

Das Gleichgewicht steuern:
Das Gleichgewichtsorgan erkennt Kopfbewegungen und unterstützt Orientierung, Körperhaltung und sichere Bewegungen.

So funktioniert das Hören im Innenohr

  1. Der Steigbügel überträgt Schwingungen auf das ovale Fenster.

  2. Dadurch entstehen Flüssigkeitswellen in der Hörschnecke.

  3. Die Haarzellen werden durch diese Bewegungen angeregt.

  4. Die Haarzellen erzeugen elektrische Nervensignale.

  5. Der Hörnerv leitet die Signale zum Gehirn.

  6. Das Gehirn verarbeitet sie zu Sprache, Musik oder anderen Geräuschen.

Warum ist das Innenohr so empfindlich?

Die Haarzellen des Innenohres können sich beim Menschen nach einer Schädigung nicht neu bilden. Starke Lärmbelastung, Alterungsprozesse, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen können sie dauerhaft schädigen.

Deshalb ist ein guter Gehörschutz bei lauten Arbeiten, Konzerten oder anderen Lärmbelastungen besonders wichtig.

Häufige Erkrankungen des Innenohres

Zu den häufigsten Erkrankungen gehören:

  • Innenohrschwerhörigkeit

  • Tinnitus (Ohrgeräusche)

  • Morbus Menière

  • Plötzlicher Hörverlust (Hörsturz)

  • Gleichgewichtsstörungen und Schwindel

Typische Beschwerden können sein:

  • plötzlich schlechteres Hören

  • Ohrgeräusche

  • Schwindel

  • Unsicherheitsgefühl beim Gehen

  • Gleichgewichtsstörungen

Bei plötzlich auftretendem Hörverlust, starkem Schwindel oder anhaltenden Ohrgeräuschen sollte zeitnah eine HNO-ärztliche Untersuchung erfolgen.

Kurz zusammengefasst

Das Innenohr ist das Zentrum des Hörens und des Gleichgewichts. In der Hörschnecke werden Schallschwingungen in elektrische Nervensignale umgewandelt und über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet. Gleichzeitig registriert das Gleichgewichtsorgan Bewegungen und hilft dabei, das Gleichgewicht zu halten.

Arten von Schwerhörigkeiten

Schwerhörigkeit bedeutet, dass Geräusche oder Sprache nicht mehr vollständig wahrgenommen werden. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Je nachdem, welcher Bereich des Ohres betroffen ist, unterscheiden Fachleute verschiedene Formen der Schwerhörigkeit.

Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da viele Hörstörungen behandelt oder mit modernen Hörsystemen sehr gut ausgeglichen werden können.

Schallleitungsschwerhörigkeit

Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit ist die Weiterleitung des Schalls vom Außenohr zum Innenohr gestört. Das Innenohr selbst funktioniert dabei meist normal.

Mögliche Ursachen

  • Ohrenschmalzpfropf

  • Fremdkörper im Gehörgang

  • Entzündung des äußeren Gehörgangs

  • Mittelohrentzündung

  • Flüssigkeit hinter dem Trommelfell (Paukenerguss)

  • Verletzungen oder Defekte des Trommelfells

  • Erkrankungen der Gehörknöchelchen (z. B. Otosklerose)

Typische Beschwerden

  • Geräusche wirken leiser.

  • Die eigene Stimme klingt ungewohnt laut.

  • Sprache wird meist verstanden, wenn sie laut genug ist.

  • Häufig besteht zusätzlich ein Druckgefühl im Ohr.

Behandlung

Je nach Ursache kann eine Schallleitungsschwerhörigkeit häufig erfolgreich behandelt werden – beispielsweise durch die Entfernung eines Ohrenschmalzpfropfes, Medikamente oder einen operativen Eingriff.


Schallempfindungsschwerhörigkeit

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit entsteht durch eine Schädigung des Innenohres oder des Hörnervs. Sie ist die häufigste Form der Schwerhörigkeit.

Mögliche Ursachen

  • Alterungsprozesse (Altersschwerhörigkeit)

  • Lärmschäden

  • Hörsturz

  • Infektionen

  • Genetische Ursachen

  • Bestimmte Medikamente

  • Erkrankungen des Innenohres

Typische Beschwerden

  • Sprache wird zwar gehört, aber schlechter verstanden.

  • Besonders in lauter Umgebung fällt das Sprachverstehen schwer.

  • Hohe Töne werden oft zuerst schlechter wahrgenommen.

  • Häufig treten zusätzlich Ohrgeräusche (Tinnitus) auf.

Behandlung

Geschädigte Haarzellen können sich beim Menschen nicht regenerieren. Deshalb wird eine Schallempfindungsschwerhörigkeit häufig mit modernen Hörsystemen behandelt. Bei sehr hochgradigem Hörverlust kann in bestimmten Fällen auch ein Cochlea-Implantat infrage kommen.


Kombinierte Schwerhörigkeit

Bei einer kombinierten Schwerhörigkeit liegen gleichzeitig eine Schallleitungs- und eine Schallempfindungsstörung vor.

Das bedeutet, dass sowohl die Schallübertragung im Außen- oder Mittelohr als auch die Verarbeitung im Innenohr beeinträchtigt sind.

Mögliche Ursachen

  • Altersbedingte Schwerhörigkeit zusammen mit einer Mittelohrerkrankung

  • Chronische Mittelohrentzündungen

  • Mehrere gleichzeitig bestehende Erkrankungen des Ohres

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach den jeweiligen Ursachen. Häufig werden zunächst behandelbare Veränderungen im Außen- oder Mittelohr versorgt. Anschließend kann ein Hörsystem die verbleibende Hörminderung ausgleichen.


Zentrale Hörstörung

Bei einer zentralen Hörstörung funktioniert das Ohr selbst häufig normal. Die Schwierigkeiten entstehen erst bei der Verarbeitung der Hörinformationen im Gehirn.

Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall

  • Schädel-Hirn-Verletzungen

  • Neurologische Erkrankungen

  • Angeborene oder erworbene Verarbeitungsstörungen

Typische Beschwerden

  • Sprache wird trotz ausreichender Lautstärke schlecht verstanden.

  • Gespräche in lauter Umgebung sind besonders anstrengend.

  • Die Verarbeitung von Hörinformationen fällt schwer.

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und erfolgt häufig interdisziplinär.


Wie wird die Art der Schwerhörigkeit festgestellt?

Um die Ursache einer Hörminderung zu bestimmen, führt die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt verschiedene Untersuchungen durch.

Dazu gehören unter anderem:

  • Otoskopie

  • Tonaudiometrie

  • Sprachaudiometrie

  • Tympanometrie zur Untersuchung des Mittelohres

  • Messung der Funktion des Innenohres oder Hörnervs, wenn erforderlich

Anhand der Ergebnisse lässt sich feststellen, welche Form der Schwerhörigkeit vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist.


Wann sollte eine Hörminderung abgeklärt werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist empfehlenswert, wenn:

  • Gespräche häufig wiederholt werden müssen.

  • Fernseher oder Radio immer lauter eingestellt werden.

  • Telefonieren zunehmend schwerfällt.

  • Ohrgeräusche auftreten.

  • Schwindel zusammen mit Hörproblemen besteht.

  • Das Hörvermögen plötzlich nachlässt.

Ein plötzlicher Hörverlust sollte möglichst noch am selben Tag HNO-ärztlich untersucht werden.


Kurz zusammengefasst

Es gibt verschiedene Arten der Schwerhörigkeit. Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit ist die Weiterleitung des Schalls gestört. Bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit sind das Innenohr oder der Hörnerv betroffen. Treten beide Formen gemeinsam auf, spricht man von einer kombinierten Schwerhörigkeit. Seltener liegt eine zentrale Hörstörung vor, bei der die Verarbeitung der Hörsignale im Gehirn beeinträchtigt ist.

Eine frühzeitige Diagnose hilft dabei, die Ursache zu erkennen und die passende Behandlung einzuleiten.